Sind Wertpapiere bei der Insolvenz des Brokers sicher?

Geschrieben von am 20. Juli 2012

In diesen Tagen macht sich Unsicherheit bei Anlegern breit. Wer Wertpapiere, Aktien und Co. in seinem Portfolio hält, verwahrt diese regelmäßig in einem Depot. Doch was passiert, wenn der Broker, bei dem das Depot geführt wird, insolvent wird? Diese Frage stellt sich auch vielen deutschen Anlegern, nachdem vor wenigen Tagen der US-amerikanische Broker PFGBest Insolvenz angemeldet hat.

Grundsätzlich gehören Wertpapiere nicht zum Vermögen, das durch den Einlagensicherungsfonds abgedeckt ist. Der Grund dafür ist, dass die Wertpapiere weiterhin im Besitz des Eigentümers bleiben und vom Broker lediglich aufbewahrt werden. Es besteht nach einer Pleite des Brokers also grundsätzlich das Recht, dass die Wertpapiere herausgegeben und auf ein Depot bei einem anderen Broker übertragen werden.

Entschädigungseinrichtungen dennoch vorhanden

Trotz dieser klaren Regelungen gibt es zwei Entschädigungseinrichtungen, auf die die Anleger bauen können. Die EdB, die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken und die EdW, die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen, haben sich auf die Entschädigung spezialisiert.

Während die EdB vorwiegend für Wertpapierdepots bei Banken verantwortlich zeichnet, kommt die EdW auch für Depots auf, die bei kleineren Anbietern geführt werden. Sofern diese nicht in den Zuständigkeitsbereich der EdB fallen, zahlt der EdW. Die Entschädigungsleistungen werden auf maximal 90 Prozent der Einlagen begrenzt, höchstens werden jedoch 20.000 Euro pro Schadensfall und Kunde gezahlt.

Wann kommt es zu einer Entschädigung?

Zudem müssen die Kunden eine Entscheidung durch die Bafin, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen, abwarten. Denn nur wenn diese den Entschädigungsfall anerkennt, kann eine Entschädigung auch gezahlt werden.

Möglich ist dies etwa dann, wenn die Bank zwar die Wertpapiere ihrer Kunden aufbewahrt hat, diese aber nutzte, um sie an Dritte zu verleihen. Erfolgt die Rückgabe der Papiere nicht, etwa weil die Bank oder der Broker noch andere offene Zahlungen aufweisen, so können die Wertpapiere nicht an den Kunden zurückgegeben werden. Hierbei muss jedoch auch eine Pflichtwidrigkeit der Bank nachgewiesen werden, so der EdB.

Kategorie / Thema: Aktiendepot, Depot, Nachrichten
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